Wir sind nun von unserer viertägigen Konzertreise nach Straßburg zurückgekehrt – und noch immer ganz erfüllt von all den Eindrücken, Begegnungen und musikalischen Erlebnissen. Vier Tage voller Gemeinschaft, Gesang und inspirierendem Austausch liegen hinter uns.
Begonnen hat alles am Donnerstagabend im kleinen, von Weinbergen umgebenen Ort Barr – ein wahrhaft traumhafter Auftakt. Unsere Gastgeber, die Sun Gospel Singers, empfingen uns mit Flammkuchen und regionalem Wein und sorgten sofort für eine herzliche, familiäre Atmosphäre.
Das anschließende Konzert in der Kirche war gut besucht und von Anfang an von einer besonderen Stimmung getragen. Für uns war es sehr aufregend, im Vorprogramm des Gospelsängers Roderick Giles auftreten zu dürfen.
Auch die Unterbringung bei Mitgliedern des befreundeten Chores machte die Reise zu etwas ganz Besonderem. Wir wurden mit großer Herzlichkeit aufgenommen und hervorragend versorgt. Überall spürte man Offenheit, Gastfreundschaft und echtes Wohlbefinden.
Ein weiteres Highlight folgte am Freitag im Europaparlament. Durch Caroline von den Sun Gospel Singers, die dort arbeitet, hatten wir die besondere Gelegenheit, dort gemeinsam zu singen. Dieser Ort mit seiner internationalen Bedeutung hat uns tief bewegt. Mit drei Liedern setzten wir – passend zum 8. Mai – ein musikalisches Zeichen gegen Rassismus, Unterdrückung und Ungerechtigkeit und zugleich für Hoffnung, Frieden und Gleichheit. Für viele war dieser Moment emotional und berührend – nicht selten standen Tränen in den Augen.
Später sorgten wir an der Kathedrale Notre-Dame mit mehreren Flashmobs unserer A-cappella-Version von „You’re The Voice“ für musikalische Überraschungen und besondere Akzente mitten in der Stadt. Die Aufmerksamkeit der Passanten war groß.
Danach führte uns der Weg in das soziokulturelle Zentrum im Stadtteil Meinau, wo wir im Rahmen des Festivals „Aux racines de l’Esclavage“ auftraten. Dieses Festival verbindet Konzerte, Workshops, Tanz, Vorträge und Märkte aus drei Kontinenten und würdigt die Kunstformen, die aus den von Sklaverei betroffenen Kulturen hervorgegangen sind – darunter Gospelmusik, Tanz und Percussion. Die kulturelle Vielfalt dort hat uns tief beeindruckt.
Unvergesslich bleibt auch das Freiheitskonzert am Samstag auf dem Place de l’Île de France. Zum Abschluss sangen alle sieben beteiligten Chöre aus verschiedenen Ländern gemeinsam den Gospelsong „O Freedom“ – ein bewegender Moment voller Kraft, Verbundenheit und Hoffnung.
Sehr beeindruckend waren zudem die Auftritte und Masterclasses des Soweto Gospel Choir sowie von Roderick Giles. Dabei konnten wir nicht nur viel über Stimmbildung lernen, sondern auch über die innere Haltung, mit der gemeinsames Singen wirklich lebendig wird. Diese Erfahrungen waren für uns in jeder Hinsicht bereichernd und lehrreich.
Der internationale Austausch war für uns menschlich wie musikalisch ein großer Gewinn. Wir kehren mit vielen neuen Eindrücken, Begegnungen und ganz viel Dankbarkeit zurück.
Text: Anja Rieck
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